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Der neue Kriminalroman von Ditmar Doerner ist da:
"Anna - Ein Kindsmord"

Die Polizistin Margot Lukas wird von ihrem Kollegen Fabian Faust zu einem Tatort gerufen. Sie ahnt bereits, was sie erwartet: "Ich sträube mich, ins Haus zu gehen. Ich möchte nicht hinein, nicht jetzt und nicht später. Ich weiß, was mich erwartet. Kinder sind das Schlimmste. Die Meldung über Funk ist nur kurz gewesen, aber Fabian wusste schon so viel, dass das Mädchen erst acht gewesen ist." Schnell bestätigt sich der Verdacht, dass Anna keines natürlichen Todes gestorben ist. Doch wer trägt Schuld am Tod des Mädchens?





Feb 2013 - Rezension www.buchhexe.com:
Bewegender und gelungen erzählter Krimi mit psychologischer Tiefe

Ein Buch mit einem solchen Thema kann keinen Lesespaß im herkömmlichen Sinn vermitteln, kann keine leichte Unterhaltungslektüre sein. Plumpe Action, seichtes Entertainment und sensationslüsterne blutrünstige Schreckensszenarien wird man darum zum Glück vergeblich suchen. Stattdessen fängt Autor Ditmar Doerner auf sensible Weise die Gefühle seiner Protagonistin ein. Eine Krinimalgeschichte, die auf intelligente Gedanken und psychologische Analysen setzt an Stelle von oberflächlicher Action.

Doerner schreibt auf hohem Niveau, vermeidet einen plumpen Spannungsaufbau, der bei einer solchen Konstellation unangebracht wäre, sondern erzeugt eine subtile Spannung. Trotz allen Grauens ist “Anna” eine fesselnde Geschichte. Beunruhigend realistisch charakterisiert der Autor das Umfeld des ermordeten Kindes (die Grundlage der Handlung ist die traurige Geschichte eines realen Mordes an einem Mädchen). Niemand schaut hin, kaum jemand kümmert sich darum, was hinter der nächsten Tür geschieht, man versteckt sich hinter Vorschriften, hinter den eigenen Belangen, die so viel wichtiger sind als das Wohlergehen des Nächsten, auch wenn es ein Kind ist.Doerner lässt seine Leser einen Blick in die Abgründe der menschlichen Psyche sowohl von Tätern als auch von Mitwissern und Wegsehern werfen. Es geht um Egoismus und Ignoranz, um Profitgier und psychische Ausnahmezustände. Leser kommen nicht umhin, sich damit auseinanderzusetzen, wie sie sich selbst in dieser Situation verhalten hätten.

Psychologische Überlegungen dieser Art finden sich viele in “Anna” – teils indirekt, teils explizit durch Margots Gedanken ausgesprochen – und genau das macht diesen Krimi besonders und lesenswert.

Fazit: Keine seichte Unterhaltung, sondern Hochspannung in einem intelligenten, anspruchsvoll erzählten Krimi, der aufrüttelt, betroffen macht und unbequeme Fragen aufwirft.

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