ROMANE |
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Schneefeste - Ben Deickers erster Fall Weitere Romane - Ben Deickers zweiter Fall "Dichte Atmosphäre und feiner Humor. Als Leser hat man das Gefühl, mittendrin und dicht dabei zu sein." (Eva Alberth) |
Schneefeste - Ben Deickers erster Fall
LeseprobeEin feiner Nebel zog über die Häuser des Dorfes und ein unbeteiligter Beobachter hätte sich am Bild der Dutzend alten Fachwerkhäuser erfreuen können, aus deren Schornsteinen in dünnen Schwaden Rauch in den Schnee verhangenen Himmel schwebte. Doch es war noch früh am Morgen und niemand, weder ein Einheimischer, noch ein Auswärtiger, waren zur Stelle, um die letzten Augenblicke des Friedens in dem kleinen Dorf genießen zu können. Eine tiefe Stille lag über den verschneiten Häusern, eine Stille, wie sie nur in einem kalten und schneereichen Winter möglich ist. In den Ställen waren ab und an Kühe zu hören, die gemolken werden wollten. Das metallene Scheppern der Geschirre, mit denen sie an ihren Plätzen nebeneinander festgemacht waren, hatte bereits vor dem Morgengrauen eingesetzt. Und obwohl es schon kurz vor halb sieben war, zeigte sich noch keiner der Einwohner auf den engen Gassen des Dorfes. Das lag nicht nur etwa daran, dass für die Kinder bereits Weihnachtsferien waren, sondern an den Schneemassen, die das kleine Dorf vor drei Tagen zugedeckt hatten. Vor genau zweiundsiebzig Stunden war es dem Räumdienst der Gemeinde zum letzten Mal gelungen, bis in die kleine Ortschaft vorzudringen. Seitdem war das Dorf von der Außenwelt abgeschnitten. An den Seitenstreifen der Straße hatte der zur Seite geschobene, schmutzige Schnee kurz das friedliche Bild der vollkommenen Winterlandschaft zerstört, doch die wieder einsetzenden Schneefälle hatten die Idylle rasch wieder hergestellt. Wäre das nicht der Fall gewesen, wäre das Dorf nicht eingeschneit worden, hätte es also vielleicht getaut oder wäre irgend jemand in der Gemeinde auf die Idee gekommen, für die kleine Ortschaft eine Art Schnee-Notfallplan zu erstellen, dann wären die kommenden Ereignisse vielleicht nicht so passiert, wie sie dann passierten. Und wie es nur der Wunsch eines Einzigen war, der sogar dafür gebetet hatte, dass das Dorf für einige Tage zu seiner eigenen, kleinen Welt, seinem eigenen kleinen Kosmos würde. Mit all seinem Guten – und all seinem Bösen... Erscheinungsdatum: 26. August 2009
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